Neues Casino in Köln geplant

Köln gehört zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands, dass schon Besucher aller Welt willkommen hieß. Besonders bekannt ist die Stadt für Top-Events wie Karneval, Kölner Lichter und Köln-Marathon, aber auch für ihre Weihnachtsmärkte. 2017 galt als das beste Jahr bezüglich des Tourismus. Insgesamt 3,59 Millionen Gästeankünfte und 6,24 Millionen Übernachtungen fanden allein in diesem Jahr statt.

Dennoch sucht viele Besucher sowie Einheimische eines vergeblich; ein Casino. In der Bundesrepublik Nordrhein-Westfalen gibt es lediglich vier Anlaufstellen für Glücksspieler. Köln ist bisher davon ausgeschlossen. Daher plant die staatliche Firma Westspiel den Bau eines neuen Casinos, das auf dem Ottoplatz in Köln-Deutz gebaut werden soll.

Der Bau war bereits für das Jahr 2018 geplant und soll 2012 fertiggestellt werden. Doch schon Ende 2017, bevor die Bauarbeiten anfingen, überschritten die Kosten den Gesamtplan von 23 Millionen und 300.000 Euro. Grund für die teilweise erheblichen Zusatzkosten waren unter anderem Probleme mit dem Baugrund. Während der Prüfung wurde eine alte preußische Festungsmauer entdeckt. Darüber hinaus verläuft unter dem Baugrund eine U-Bahn.

Einwohner haben geringe Erwartungen

Die Bewohner der Stadt Köln haben große Zweifel, ob der Bau überhaupt fertiggestellt wird. Eine Reihe an Bauprojekten wie die Elbphilharmonie oder auch der Berliner Flughafen haben dazu beigetragen, dass eine steigende Zahl von Menschen die Hoffnung verlieren.

Darüber hinaus fragen sich viele, inwieweit sich das Casino überhaupt lohnen würde. Grund dafür ist eine stetig sinkende Zahl an Spiele-Begeisternden. Während der Tourismus in den letzten Jahren einerseits gewachsen ist, haben immer mehr Menschen das Interesse an Spiele-Etablissements verloren.

Ein weiterer Grund sind die Folgen einer wachsenden digitalisierten Welt. Online-Casinos sind in den Augen vieler eine willkommene Alternative, bei der ein Besuch eines Casinos vor Ort oder gar weiter weg nicht vonnöten ist. Aufgrund der verhältnismäßig großen Vielfalt der Spiele sowie der unterschiedlichen Anbieter bietet das Internet mehr Möglichkeiten, die auch kurzfristig genutzt werden kann.

In dem Zeitraum von 2010 – 2015 nahm die Zahl der Besucher um 40 % ab, sodass das Unternehmen Westspiel auf eine Reihe von Notmaßnahmen zurückgriff, um nicht bankrott zu gehen. Beispiel dafür war die Versteigerung von zwei Kunstwerke des Künstlers Andy Warhol im Jahre 2014.

Wie stehen die Chancen?

Die Fertigstellung des Casinos ist durchaus ungewiss, da sie bereits im Vorfeld mit unerwarteten Kosten verbunden war. Zudem griff das Unternehmen in der Vergangenheit bereits auf mehrere, teils verzweifelte Rettungsmaßnahmen, um die Finanzen unter Kontrolle zu halten. Daher fragen sich viele Menschen berichtigter Weise, was sich die Firma beim Bau des Casinos überhaupt erhofft.

Die meisten Spieler nutzen ohnehin nur noch Online-Kasinos, da sie von jedem erdenklichen Ort aus erreichbar sind und Kosten für Getränke und Co. sowie der Anfahrtsweg damit entfallen.

Spieler vor Ort, die dennoch nicht auf ein „reales“ Casino verzichten wollen, können über öffentliche Verkehrsmittel binnen kurzer Zeit das Casino in Neuenahr erreichen, das ebenfalls dem staatlichen Unternehmen gehört.

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